Pekao-Chef Bielecki plötzlich weg

dePekao-Chef Bielecki plötzlich weg

Der Vorstandsvorsitzende der polnischen Bank Pekao SA, Jan Krzysztof Bielecki, ist überraschenderweise zurückgetreten und wird zum 11. Januar 2010 aus seinem Amt scheiden. In der offiziellen Erklärung der polnischen Tochter der italienischen Großbank UniCredit finden sich keine Gründe für diese Demission. Bielecki sei ein entschiedener Gegner einer neuen Führungskonzeption gewesen, die derzeit im Konzern diskutiert werde, spekuliert die einheimische Tageszeitung „Dziennik Gazeta Prawna“. Es geht darum, dass die stellvertretenden Vorsitzenden, die in einzelnen regionalen Banken für bestimmte Ressorts zuständig sind, direkt der Zentrale in Italien berichten sollen, und nicht mehr den Länderchefs. Polen ist für die italienische Großbank ein strategisch wichtiger Markt und beschäftigt dort mehr als 20.000 der insgesamt 166.000 Angestellten. Im Land selbst hat dieser Rücktritt für großes Aufsehen gesorgt, weil Bielecki als eine wichtige politische Persönlichkeit gilt. 1991 agierte der 58jährige als Premierminister, der die radikalen Wirtschaftsreformen des damaligen Finanzministers Leszek Balcerowicz unterstützte. Welches Amt Bielecki zukünftig bekleiden wird, war am Mittwoch noch nicht klar. Die einheimischen Medien hatten bereits vor einigen Wochen spekuliert, Bielecki könnte Nachfolger von Premierminister Donald Tusk werden, wenn dieser bei den kommenden Präsidentenwahlen als Sieger hervorgehen sollte. „Tusk als Präsident, Bielecki als Premier – das wäre eine gute Kombination“, sagte der ehemalige Freiheitskämpfer Lech Walesa.